Dimensionen strukturaler Medienbildung

1. Dezember 2009

Medienbildung ist zweifach bedeutsam. Einerseits für lebensweltliches Wissen, hier besonders in Bezug auf neue Erfahrungen, also die Bereitschaft der Menschen mit Medien neues, bis hierhin unbekanntes Wissen zu dem eigenen, bekannten Wissen zu machen. Also kennt der Benutzer das Medium welches er nutzt, aber das Ergebnis, also das, was er oder sie erfahren will, kennt er noch nicht.

Ist hier von einer Form der Neugierde die Rede?

Andererseits bieten Medien einen Raum für neue Prozesse, sie sind in bestimmten Branchen nicht mehr wegzudenken, durch ihre Nutzung können Menschen Informations- und Wissensprozesse erfahren. Zum Beispiel das Internet bietet unbegrenzte Möglichkeiten.

Oder ist das Internet begrenzt? Man kann nicht alles im Internet erfahren, es hat Grenzen, diese werden immer weiter ausgedehnt, sind also nicht feststehend, also verschiebbare Grenzen, aber nur weil sie dehnbar sind, ist das Internet trotzdem bergenzt, es kann nicht alles bieten, um den Bedürfnissen aller Menschen gerecht zu werden.

Die vier Dimensionen der lebensweltlichen Ordnung (I. Kant)

1. Was kann ich wissen?- Wissensbezug

Woher kommt eigentlich Wissen und wer ist für die jeweilige Quelle verantwortlich?

Hierzu fällt mir zum Beispiel Wikipedia ein, diese “Internetenzyklopädie” wurde von verschedensten Personen entwickelt, also jeder kann seine Wissensflut loswerden. Einen Artikel zu einem bestimmten Thema verfassen und subjektive Inhakte wiedergeben. Man kann sich nie sicher sein, ob das Wissen formal richtig ist.

2. Was soll ich tun?-Handlungsbezug

Hier spricht I. Kant von der Abschätzung des Einsatzes von der Nutzung des Wissens, also der Verantwortung des Gebrauchs von Wissen und den möglichen Folgen. Eng gekoppelt an die Frage “Was soll ich tun?” sind die Begriffe Moral und Verantwortungsbewusstsein, also was für Folgen hat das individuelle Handeln auf die Umwelt, andere Menschen, Familie…

3. Was darf ich hoffen?-Grenzbezug

Bei der dritten Frage geht es Kant um Vernunft, also wo sind Grenzen des bewiesenen Wissens? Was ist aber bewiesen, womit wir wieder bei der Frage “Was kann ich wissen?” wären. Das erforschte, also eingegrenzte Wissen hat in sich den Bezug zum Gegenteil, also Rationälität und Irrationalität…. So enthält Bildung in sich Reliogion, Mythen…also nichts Bewiesenes, Erforschtes.

D. Haraway veröffentlichte ein Werk, in dem sie beschrieb, das Menschen sich in Zukunft in komlpexen ändern. Die menschliche Identität wird sich in Kommunikations- und Datenwelten bewegen. Das menschliche Sein wird von Grenzerfahrungen und -überschreitungen geprägt sein.

4. Was ist der Mensch?-Biographiebezug

Alle vorherigen Fragen von Kant laufen auf die vierte Frage hinaus, also auf das grundlegende Verständnis vom Menschsein überhaupt. Was ist für den Menschen wichtig zu wissen und wie ordnet er oder sie es ein? Also die Verarbeitung der Zusammenhänge des großen Ganzen.

Mediale Artikulation und der Aufbau von Orientierungswissen

Oreintierungswissen beeinhaltet immer auch eine soziale Komponente, denn jedes Individuum ist unterschiedlich, nicht nur auf Grund von Erfahrungen und Erziehung, familiären Zusammenhängen, Partizipation im Freundeskreis, sondern auch und vor Allem in der heutigen, sich schnell verändernden Welt und ihren unzähligen Aspekten.

Zur Anthropologie der Artilulation fällt mir das “vier Augen und vier Ohren-Modell” von Schultz von Thun ein, man atikuliert sich immer irgendwie, auch wenn man nichts sagt, man sendet immer Signale und Botschaften.

Grundlogik von Bildung Kommentar zum Seminar

1. Dezember 2009

Nach dem Studium des Textes waren die Kernaussagen zum Thema Bildung und Lernen klar. Es fehlte für mich allerdings der Bezug zum realen Leben. In einem Kommentar zu meinem Blog wurde mir nahe gelegt für mich persönlich Beispiele zu finden, um mir die Bedeutung des Gelesenen zu verdeultichen. Ich habe lange darüber nachgedacht und einfach keine Anknüpfungspunkte gefunden. Ich wollte auch keine falschen Beispiele einbringen. Dann kam mir die Idee mit dem Schkachtfleisch im Seminar, allerdings haben meine Gedanken nur die Lernebene 1 und 2 abgedeckt, durch die Gespräche im Seminar wurden mir dann aber ganz zum Schluss auch die beiden Bildungsebenen deutlich, vor allem das Beispiel mit den “Papiergeldscheinen” hat bei mir den Groschen fallen lassen. Vielen Dank für die Seminarsitzung letzte Woche.

Grundlogik von Bildung

23. November 2009

Hier wird beschrieben, dass es zwei Möglichkeiten für den Umgang mit anderen Weltsichten gibt. Die eine wäre, man verleibt sich etwas Neues ein und passt dies Neue in die eigene Welt ein, die zweite wäre, mit der Unbestimmtheit des Neuen an sich zurechtzukommen.

Ein schönes Beispiel hierfür sind die beiden Geschlechter. Es gibt zwei klar bestimmte Geschlechter, aber was ist mit denen dazwischen? Diese befinden sich in einer Lücke. Meist werden dann neue Dimensionen erdacht oder erforscht, wie das Beispiel der Unterscheidung von “gender” und “sex” zeigt. Es besteht also ein Unterschied zwischen den festgelegten Rollen und den Spielräumen dazwischen. Dies ist ganz eindeutig an der heutigen Geschlechterrolle zu sehen, wie die eigene Sexualität ausgeprägt ist, zeigt sich nicht nur daran, ob man Mann oder Frau ist. Es ist also eine Pluralisierung der Sexualität eingetreten.

Daraus lässt sich auch auf den Bildungsbegriff schließen, Bildung kann nicht nur die Überführung von Unbestimmtheit in Bestimmtheit sein. Aber natürlich auch! Es sollen neue Regeln für neue Horizonte entstehen können.

Bildung vs. Lernen nach G. Bateson

Er geht von vier unterschiedlichen Lernebenen aus, wobei die Inhalte der niedrigsten immer auch in der nächst höheren enthalten sind.

Die Autoren gehen von den Kategorien Lernen 1 und 2 und Bildung 1 und 2 aus. Lernen 1 und 2 sind insofern verschieden, dass 1 starr gekoppelt ist und 2 flexibel ist, es muss also nicht immer A auf B folgen.

Bildungsprozesse sind hingegen als Konstuktionsmöglichkieten der Welt- und Selbstverhältnisse zu sehen. Also sind Lernen 1 und 2 als untere und Bildung1 also dritte und Bildung 2 als vierte und höchste Ebene zu verstehen. Bei den Bildungsebenen gibt es nicht immer nur das eine Verständnis und die eine Wahrheit (Bsp. Tintenkleks). In Bildung 1 steht also der Weltbezug, die Prozesse, die im Laufe des Lebens erlernt und verinnerlicht wurden, also die Erfahrung im Vordergrund. In Bildung 1 werden wir aber auch an Grenzen stoßen, unsere erfahrungsbasierten und eigentlich erprobten Handlungs- und Veraltensmuster revidieren und erneuern müssen. Dies wird dann von den Autoren als Bildungsebene 2 bezeichnet, sich selbst zu beobachten, dabei Erfahrungen zu nutzen. Es wird also auf Bildung 2 eine größere Flexibilität als auf Bildungsebene 1 erlernt, man blickt von einer Mataebene auf sich selbst und dies selbstkritisch.

Strukturale Bildungstheorie und Medienbildung

10. November 2009

In der Einleitung dieses Artikels wird auf das heutige Verständnis von Bildung eingegangen. Es wird zwischen einer öffentlichen Diskussion um Mangel an Studien- und Ausbildungsplätzen und zu geringe Ausgaben für Bildung und der privaten Alltagssprache unterschieden. In der Alltagssprache wird über Bildung so geschrieben, dass auf umfassende Belesenheit und geschichtliches Wissen abgezielt wird. Als Beispiel wird der Bestseller von D. Schwanitz angeführt “Bildung-alles was man wissen muss”. Dise Bildungsverständnisse haben wenig gemeinsam.

In der privaten Diskussion wird Bildung als Zurschaustellung von Wissen und Abgrenzung von anderen Gruppen, zum Beispiel Unwissenden beschrieben.

In der öffentlichen Diskussion wird auf Ausbildung und theoretisches, praktisches Wissen abgezielt, also Können.

Im Folgenden werden historische Krisenerfahrungen skizziert, die Industrialisierung, der Kolonialismus und die Weltkriege. Auf Grund dieser Erfahrungen wurde eine Umerziehung gefordert, die Bürgerinnen und Bürger sollten mündig werden. Diese Umerziehung zu Mündigkeit und moarlischer Autonomie kann allerdings nicht von außen stattfinden, sie kann nur Ergebnis von Bildungsprozessen sein.

Die Bildungstheorie von Humboldt

Er fordert, dass das Individuum und sein Charakter berücksichtigt werden müssen, um eine umfassende Wechselwirkung zwischen Individuum und Welt zu gewährleisten.

Der Mensch soll Rationalität, Phantasie und sinnliche Anschauung gleichsam stattfinden lassen. Später widmete sich H. sprachwissenschaftlichen Studien und projezierte seine Erkenntnisse auf seine Bildungstheorie. Er stellte fest, dass Spachen wie kulturelle Sinnhorizonte eben nur bedingt übersetzbar sind. Bildung bedeutet also auch andere Weltsichten kennenzulernen und deren Perspektiven, Weltsichten sind flexibel.

Er fordert eine Dezentrierung des eigenen Weltbildes in zwei Schritten.

1. andere Weltsichten zulassen

2. Veränderung der eigenen Sicht

Das Bildungskonzept von Klafki

Klafki forderte die Denkansätze aufzunehmen und auf die veränderten Verhältnisse der Gegenwart anzuwenden und sie weiterzuentwickeln.

Er beschrieb drei zentrale Fähigkeiten von Menschen: Selbst- und Mitbestimmung und die Fähigkeit zur Solidarität.

In seinem Allgeminbildungskonzept fordert er:

1. Bildung für alle

2. Ganzheitlichkeit, Allseitigkeit und Vielseitigkeit von Bildung

3. exemplarische Bildung

Er fragt wo der Mensch im Gesamtgefüge steht in Zeiten des Umbruchs, der Innovationen und der ständigen Weiterentwicklung. Der Mensch muss flexibel sein um sich zurechtzufinden, er ist in seinen Bildungsprozessen auf Medien angewiesen, aber nicht zur Orientierung mittels Medien, sondern zur Orientierung in medialen Sphären selbst.

Konstruktion der Wirklichkeit und des Begriffs der Objektivität

27. Oktober 2009

Ich fand diesen Text von Ernst von Glasersfeld sehr schwierig zu durchschauen. Er hat verschiedene Dimensionen von Wissen und den möglichen Grenzen beleuchtet. Teilweise hat er philosophische Ansätze beschrieben, teilweise auch ontische. Die Wissensdimensionen wurden hinterfragt und so beleuchtet, das alles noch vielschichitger wurde als es vorher schon war. Gibt es also wirklich kein Wissen, wenn etwas nicht erlebt wurde?

Kann niemand ein wahres Bild der Wirklichkeit haben?

Wahrscheinlich nicht, denn der Glaube ist zum Beispiel nichts real Erlebtes, nichts Bewiesenes, Erforschtes und dennoch glauben so viele Menschen aus vielen unterschiedlichen Kulturkreisen und sozialen Schichten.

Und nur weil man etwas nicht mit den Sinnen wahrnehmen kann soll etwas nicht wirklich sein?

Ich finde diesen Begriff so vielschichtig, dass ich gespannt bin auf die Diskussion im Seminar, denn jeder hat sein eigenes Verständnis von Wirklichkeit oder seiner/ihrer Wirklichkeit….?!

Pimp my text

22. Oktober 2009

Diesen Text habe ich gleich im Anschluss an die Veranstaltung im Zug gelesen und er hat mich ziemlich amüsiert, aber natürlich auch nachdenklich gemacht. Ist es denn nicht wirklich so, dass wir uns in den Semesterferien durch Lektüre quälen, um sie dann hinterher teilweise nur leicht umgeformt in einer Hausarbeit niederzuschreiben? Ein Professor hat mal zu mir gesagt, dass ja sowieso meist nur Einleitung und Fazit gelesen werden und ein geschulter Prof kann schon dann sagen, ob und wie gut eine Hausarbeit ist oder eben auch nicht. Ich wollte eine Hausarbeit zum Thema “Lehrer für allgemeinbildende Schulen-wie kommen sie an beruflichen Schulen zurecht?”

Ich fand es spannend zu sehen wie sich diese Lehrer fühlen, zu untersuchen, ob sie qualifiziert sind oder eventuell über -oder unterqualifiziert?

In Schleswig-Holstein wird gerade umstrukturiert und im Zuge dieser Umstrukturierung wollte ich die Chance nutzen mal über etwas Neues zu schreiben und ganz eigene Gedanken zu entwickeln.

Leider war die Antwort des Profs, dass ich diese Hausarbeit nicht schreiben dürfte, da es zu diesem Thema nicht genug Lektüre geben würde….

Also weiterhin: Pimp my text?


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